Digital fit(ter) durch die Corona-Krise

Als sozialer Träger im Bereich der (beruflichen) Bildungsarbeit befanden wir uns Anfang März in einer absoluten Ausnahmesituation: Präsenzunterricht fand nicht statt, Teilnehmerinnen blieben zu Hause, Kinderbetreuung musste unter verschärften Bedingungen organisiert werden und auch unsere VbFF-Kolleginnen arbeiteten im Homeoffice. Sie mussten sich – ebenso wie unsere Teilnehmerinnen –  vollkommen neu organisieren. Mit dieser Situation standen wir als VbFF e. V. selbstverständlich nicht alleine da. Alle sozialen Träger, die unmittelbar mit Menschen arbeiten, sahen (und sehen sich noch immer) mit vollkommen neuen Fragen konfrontiert: Wie erhalten wir die Beziehung zu unseren Zielgruppen aufrecht? Wie können wir sie bestmöglich unterstützen? Wie können wir unsere Teilnehmerinnen auch weiterhin unterrichten und auf Prüfungen vorbereiten? Wie gewährleisten wir unser Beratungs- und Begleitungsangebot?

Welche Lösungen wir für diese Fragen gefunden haben, zeigen wir anhand der Arbeit in unserer Beratungsstelle in diesem Blogartikel auf.

Corona als Chance für soziale Träger

Für uns soziale Träger, die wir sonst auf Face-to-Face-Kommunikation setzen, sind die Einschränkungen durch Covid-19 eine echte Herausforderung.
Aber die Krise bietet auch Chancen: Wir alle sind radikal aufgefordert, für unsere Maßnahmen und Projekte alternative Methoden und Instrumente einzusetzen, vor allem in digitaler Form. Das war für viele neu und bedeutete zunächst auch einige Anstrengungen. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung in der Arbeitswelt ist das jedoch ohnehin ein erforderlicher Lernschritt – sowohl für unsere Teilnehmerinnen als auch für uns Träger. Also birgt die Situation wirklich eine große Chance. Unser neues Projekt „WANDA – Wandlung durch digitale Anpassung“ startete also gerade zur rechten Zeit. In diesem Blog teilen wir unsere Erfahrungen – beginnend mit dem Lockdown.

Corona als Chance für soziale Träger

Erster Schritt nach dem Lockdown: Digitale Kommunikation etablieren

Zunächst standen wir vor der Aufgabe, die VbFF-Mitarbeiterinnen technisch für die Arbeit im Homeoffice auszustatten – also erst einmal konfigurierte Laptops in ausreichender Zahl bereitzustellen. Im nächsten Schritt testeten wir verschiedene Kommunikationstools. Unsere digital affinen Pionierinnen im VbFF, die auch im Bereich Live-Online-Training schon erste Erfahrungen gesammelt hatten, schulten nun bereichsübergreifend die Kolleginnen, von denen einige zum ersten Mal virtuelle Räume betraten. Innerhalb kürzester Zeit lernten wir in allen Abteilungen, Teamsitzungen online zu realisieren. Auf diese Weise konnten wir sehr schnell eine Grundlage sowohl für die interne Kommunikation als auch für den Kontakt mit den Teilnehmerinnen etablieren.

Einarbeitung von Kolleginnen in Webmeetings

Bei der Auswahl des Tools war uns wichtig, datenschutzrechtlich auf der sicheren Seite zu sein; daher entschieden wir uns für ein kostenpflichtiges Programm. Wir nutzen hauptsächlich Adobe Connect, da sich dort schnell einfache „Meetingräume“ für die Teamkommunikation erstellen lassen. Darüber hinaus eignet es sich auch sehr gut für Beratung und Unterricht. Nach einer Phase des Ausprobierens entstanden schließlich ausgefeilte virtuelle Unterrichtsräume – ein Thema, dem wir uns in einem zukünftigen Blogartikel widmen werden.

Erster Schritt nach dem Lockdown: Digitale Kommunikation etablieren
  

Zweiter Schritt: Start der Online-Beratung

Seit Beginn der Krise im März finden Beratungen online statt. Die Teilnehmerinnen werden telefonisch und per Mail über die alternativen Möglichkeiten informiert. Auf unserer Homepage weisen wir neue Interessentinnen auf das Angebot hin.

Immer mehr Frauen nehmen das Angebot begeistert an. Um den Zugang zu diesen –  für viele Teilnehmerinnen neuen –  Programmen zu erleichtern, haben wir eine detaillierte Anleitung für das Betreten des virtuellen Beratungsraumes erstellt, den wir mit der Einladung zur Online-Beratung versenden. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung dient dazu, Ängste im Vorhinein abzubauen und möglichst kein Gefühl der Überforderung entstehen zu lassen, welches Frustration verursacht.

Zweiter Schritt: Start der Online-Beratung
  

Hürden auf dem Weg zur erfolgreichen Onlineberatung

 Auf dem Weg zur Onlineberatung gab und gibt es einige Hürden. Zunächst müssen Vorbehalte gegenüber der Onlinekommunikation überwunden werden. Hierfür nutzen wir gern das Telefon – die Teilnehmerinnen fühlen sich sicherer, wenn sie beim Einstieg in den virtuellen Raum telefonisch begleitet werden.

Häufig haben wir und die Teilnehmerinnen leider mit technischen Problemen zu kämpfen – meist verursacht durch Netzüberlastung oder schlechte Internetverbindungen. Zudem benötigt Adobe Connect bestimmte Systemvoraussetzungen um zu starten. Nicht immer sind diese gegeben. Dadurch kommt es vor, dass sich Teilnehmerinnen nicht in den Raum einloggen können. Derzeit arbeiten wir an Methoden, wie sich diese Probleme minimieren lassen.

Hürden auf dem Weg zur erfolgreichen Onlineberatung

Für die Zukunft geplant

Ein Ende der Corona-Krise ist noch nicht abzusehen. Daher überarbeiten unsere Kolleginnen in der Beratungsstelle alle Bewerbungstrainings und andere Workshops für die Online-Durchführung. Für viele Angebote klappt das bereits sehr gut: Module unseres Erfolgsteam-Trainings wurden – konzeptionell abgewandelt – in den virtuellen Raum verlegt. Mit Erfolg, denn alle Teilnehmerinnen möchten am nächsten Modul teilnehmen. Wir sind gespannt, wie unsere zukünftigen Workshops angenommen werden und freuen uns, unsere Erfahrungen samt Hürden und Schwierigkeiten hier zu teilen.

Für die Zukunft geplant

Hinweis: Da wir ein staatlich anerkannter Ausbildungsbetrieb sind, erhalten wir AdobeConnect vergünstigt als Edu-Lizenz.

Ein Kommentar

  1. Toll, dass Ihr Eure Kompetenz für die Online Kommunikation sowohl intern als auch für Eure Teilnehmerinnen so schnell und hilfreich nutzen konntet!

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